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  • AutorenbildSuvalleé

DER RITT AUF DEM HOHEN ROSS oder BIN ICH WEIT oder MEINE MAMA, MEINE HELDIN

Fragen die mich beschäftigen:

Bin ich weit? Bin ich weiter als die Anderen?

Bin ich weit wenn ich denke dass ich weit bin?

Bin ich weiter da ich seit vielen Jahren meditiere?

Oder: du meditierst schon seit so vielen Jahren, müsstest du das Thema nicht schon längst losgelassen haben?

 

Das sind Aussagen, die ich immer wieder höre und die in mir die Fragen aufkommen lassen:

Ist das denn wichtig? Ist der, der diese Fragen stellt weit oder weiter?

Was heisst denn weit? Besser, schlechter…?

Sind das nicht alles Vergleiche und Wertungen? Sind Vergleiche und Wertungen nicht das Gegenteil von weit? Ist das jetzt schon wieder eine Wertung?

 

All dies frage ich mich schon länger denn mit diesen Fragen bin ich gerade in spirituellen Kreisen schön öfter konfrontiert worden.

Nun würde ein schon sehr weiter Mensch vielleicht sagen: da du noch nicht weit genug bist, ziehst du diese Themen immer wieder an. Lass doch einfach los. Du müsstest doch schon viel weiter oder darüber hinweg sein. Ist der Frager denn darüber hinaus?

 

Ich selbst bin ebenso schon in diese Spirituelle Falle getappt und habe mich weiter als andere gefühlt.

Als ich zu den Fortgeschrittenen gehört habe. Wir bekamen sogar einen extra Namen, damit die Anfänger wussten, oh das sind die Fortgeschrittenen. Die sind schon weiter.

Da ich damals, schon viel aufgelöst hatte, und mich in den letzten Jahren sehr verändert habe, dachte ich wirklich, dass ich schon weiter war. Von dem Ross bin ich ganz schnell gefallen als es mir durch eine Krankheit so richtig schlecht ging und ich für eine längere Zeit um Jahre zurückgeworfen wurde. Zu dem Menschen der ich früher war. Jeden Tag genervt, voll hass, gereizt, depressiv, suizidal, aggressiv,…. Ich dachte ich muss wieder von neuem anfangen.

Heute danke ich dafür, dass ich so tief gefallen bin. Denn das hat mich demütig werden lassen. Auch wenn es mir heute total gut geht, weiss ich, dass es schnell anders werden kann. Deswegen möchte ich nicht mehr hoch hinauf. Ich bin so zufrieden und dankbar für mein schönes Leben. Aber bin ich weit? Das ist mir zum Glück egal.  

Denn dieses hohe Ross ist so verführerisch. Jeder Mensch möchte gerne bewundert und gelobt werden. Da sind sehr wenige immun.

Ich bin weit und nicht weit. Ich bin eine lernende und wachsende. Ich habe noch viel anzusehen und loszulassen. Und das in meinem Tempo. Ich möchte Fehler und Schwäche zugeben können ohne bewertet zu werden. Denn Fehler und Schwächen zuzugeben ist auch eine stärke. Wenn ich erkenne, dass dies noch ein Thema ist, das ich mir ansehen möchte.

Niemand sollte sich schämen müssen für seine Themen. Wir haben sie alle. Auch die, die denken sie sind weiter. Wahrscheinlich haben sie einen blinden Fleck und das ist oft ein grosses Hindernis auf dem Weg des Erwachens.  

 

Für mich sind die Menschen weit, die weit sind und es nicht wissen. Die unsichtbaren Weisen, die in der letzten Reihe sitzen und bescheiden und hingegeben ihr Leben leben. Die liebevoll mit sich, ihren Mitmenschen, Tieren und der Mutter Erde umgehen ohne jedem erzählen müssen, was sie tolles getan haben.

 

 

Meine grosse Heldin ist meine Mutter. Sie ist für mich mega weit und hat unglaubliches geleistet. Sie hatte eine so schlimme Vergangenheit. Erst die Kindheit, dann die Ehe und ist heute eine so liebevolle und „zufriedene“ Person. Sie ist nicht erleuchtet. Sie hat noch viele Themen, ist oft am Jammern oder Zweifeln. Themen wie wir alle halt. Aber sie arbeitet so hart an sich, ist so hingegeben und hat den grossen Willen zu erwachen.

Und sie ist immer bescheiden im Hintergrund. Wenn sie lesen würde was ich über sie schreibe würde, wäre es ihr wahrschein peinlich und sie würde es abstreiten.

Falls sie es doch liest, Liebe Mama, ich bin so stolz auf dich. Du bist meine HELDIN

 

 





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